Intra Axion!

Künstlerisches Forschen mit, im, durchs und ums MADMAX-Experiment des Max-Planck-Institut für Physik in München. Eine Projektskizze von Olivier Rossel, in Zusammenarbeit mit dem PhD Preparatory Course an der HSLU / Campus Luzern.

Dissertationsprojekt

Intra-Axion!

Die Rolle performativer Materialitäten im Spannungsfeld von Kunst und neuer Physik — Künstlerisch-taumelnd Dunkler Materie entgegen.

Projekt zur Dissertation zugelassen an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus–Senftenberg. Betreut durch Prof. Dr. Astrid Schwarz, BTU Cottbus, Fakultät 5, Lehrstuhl allgemeine Technikwissenschaft, schwarza@b-tu.de, sowie von Prof. Dr. Rachel Mader, HSLU Hochschule Luzern Design & Kunst, rachel.mader@hslu.ch. Kontaktperson MADMAX-Experiment, Max-Planck-Institut für Physik, München: Béla Majorovits, bela@mpp.mpg.de

Thematische Konturierung

Dunkle Materie, die rund 85% aller Materie des Universums ausmacht, konnte bis dato durch die Physik nicht nachgewiesen werden. Dennoch (oder gerade deshalb) finden längst weit über die Physik hinausreichende Spekulationen in Kunst, Pop- und Gamekultur statt, welche die physikalischen Konzepte von Dunkler Materie herausfordern.

Mit meinem PhD-Projekt ‘Intra-Axion!’ gehe ich daher von der Vermutung aus, dass Dunkle Materie um einiges vielschichtiger wechselwirkt als dies die Physik gerne hätte. So verstehe ich Dunkle Materie nicht ausschliesslich als ein von der Physik vorhergesagtes hypothetisches Teilchen, sondern vielmehr als eine performative und vibrierende Materie (Bennett, J. 2010), die ein ambivalent-konstruktives, ‚vaszillierendes‘ (Lüscher, K. 2020, S.10) Nachdenken hervorbringt. In diesem Hin und Her der Zustände beabsichtige ich, durch praxisorientiertes künstlerisches Forschen, ein durch die Physik dominiertes Verstehen von Dunkler Materie am MADMAX-Experiment (Brun, P., Caldwell, A. et al. 2019) herauszufordern. Dabei stelle ich mir folgende Forschungsfrage:

Kann durch künstlerisches Intervenieren am MADMAX-Experiment eine durch die Disziplinen reichende Spekulation in Gang gebracht werden, welche die von der Physik dominierte Wissensordnung von Dunkler Materie herausfordert und neu konfiguriert?

Im Rahmen dieser Frage, will ich Dunkle Materie in ihrer Verbindung von ‚formaler physischer Beschaffenheit und kollektiver Imagination‘ (Fischer-Lichte, E. 2014, S. 474) über disziplinarische Grenzen hinweg untersuchen und ein post-humanistisches, non-repräsentatives Verstehen und/oder Nicht-Verstehen entfalten. Mittels eines indisziplinären (Citton, Y. 2012), selbstreflexiv-künstlerischen Vorgehens ziele ich dabei besonders auf einen Wissensgewinn im Feld performativer Materialitäten und fokussiere dabei auf bisher wenig beachtete implizite und situierte Wissensformen im Spannungsfeld von Kunst und neuer Physik.

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Download PhD-Proposal (PDF, Vollversion, Herbst 2021)